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Dienstag, 10. Januar 2012

„Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin!“

Ein Bericht zum Besuch des Europäischen Jugendtreffens von Taizé in Berlin 2011/2012
 
Nach einem etwas holprigen Start am 27. Dezember 2011 fuhren wir um kurz nach halb eins nachts mit zwei Reisebussen Richtung Berlin. Bus Nummer Zwei hatte beim Ausparken ein parkendes Auto „gestreichelt“, wodurch die Polizei erst noch kommen musste. Als es dann aber endlich losging, wurde es nach einem kleinen Nachtgebet im Bus Nummer Eins schnell ruhig und jeder versuchte es sich auf den Sitzen möglichst bequem zu machen. Andere legten sich gleich über mehrere Sitze oder in den Mittelgang.
Um kurz nach acht Uhr am nächsten Morgen erreichten wir ohne nennenswerte Zwischenfälle die Hauptstadt. In einer Schule wurden wir von Frère Thimothée und einigen Freiwilligen begrüßt und in die Gastgemeinden aufgeteilt. Anders als letztes Jahr in Rotterdam wurden wir in Gruppen zwischen drei und fünfzehn Personen eingeteilt und auf die Großstadt losgelassen. Bewaffnet mit Schlafsäcken, Isomatten und noch etwas verschlafen fuhren wir zu unseren Gastgemeinden.

Einige von uns hatten das Glück, bei Gastfamilien eine Schlafmöglichkeit zu bekommen, andere schliefen in Turnhallen, Kirchen oder Schulen.
Am Abend gab es das erste gemeinsame Abendessen in den Messehallen. Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie reibungslos die Essensausgabe funktioniert. Ein Großteil der Jugendlichen und jungen Menschen nutzt die Möglichkeit, in diesen Hallen das im Reisepreis enthaltene Mittag- und Abendessen in Gemeinschaft mit den anderen Nationen zu erleben und trotzdem haben wir nicht länger als 10 Minuten auf unsere Lunchbeutel warten müssen. Das Essen selbst war zwar einfach, aber durchaus genießbar und zur Not bot es sich an, mit den Nachbarn zu tauschen.
Anschließend ging es in die oberen Messehallen, wo das gemeinsame Abendgebet mit den Brüdern aus Taizé stattfand. Auf dem Boden sitzend, dicht an dicht und von leisen Gesängen begleitet, warteten wir gemeinsam auf den Beginn des Gebets. Unsere Gruppe saß nach anfänglichen organisatorischen Schwierigkeiten neben dem Chor und der Instrumentalgruppe, gleich vor dem gelblich angestrahlten Taizékreuz. Es war eine atemberaubend schöne Atmosphäre inmitten der jungen Menschen, singend, betend, schweigend dazusitzen und die Erfahrung der Nähe Gottes machen zu können.

Ohne große Schwierigkeiten konnte man sich in den gleichmäßig strukturierten Tagesablauf einfinden. Nach dem morgendlichen Gebet in den Gastgemeinden, das wir selbst vorbereitet und gestaltet haben, tauschten wir uns über den Brief aus Taizé aus und diskutierten über Glaubens- und Lebensfragen. Anschließend fuhren wir gemeinsam zu den Messehallen zum Mittagessen und Gebet. Der Nachmittag blieb einem jeden frei zur eigenen Gestaltung. Man konnte Workshops zu verschiedenen Themen besuchen, aber auch einfach einen Stadtbummel machen und die Vielseitigkeit und Geschichtsträchtigkeit Berlins entdecken. Danach ging's wieder zurück zu den Messehallen zum Abendessen und Gebet. Die meisten von uns waren anschließend müde genug, um direkt zu den Schlafplätzen zurückzukehren.

Silvester verbrachten wir in den Gastgemeinden mit unseren neuen Freunden aus den anderen Nationen. Mit einem Friedensgebet warteten wir gemeinsam auf den Beginn des neuen Jahres. Nachdem wir draußen den hellerleuchteten Himmel Berlins bewundert haben trafen wir uns wieder und feierten gemeinsam das Fest der Völker, bei dem wir uns gegenseitig landestypische Traditionen, Tänze und Gesänge vorführten. Bei den Kölnern durfte da ein lautstarkes Viva Colonia natürlich nicht fehlen.
Am nächsten Tag erwartete uns in den Gastfamilien ein gemeinsames Mittagessen, bevor wir zum Olympiastadion aufbrachen, von wo aus die Busse wieder gen Heimat fuhren.

Von dieser Reise nehme ich einige wertvolle Erfahrungen und Erinnerungen mit. Zum einen hat es mich erstaunt, wie ruhig die Stille inmitten von tausenden von Menschen sein kann. Zum anderen aber auch, dass ein paar Tage einfaches Leben ohne große Ansprüche einen anderen Blickwinkel auf der Leben ermöglichen können und durchaus zum Nachdenken anregen.
In Berlin hatte ich die Gelegenheit, Friedemann, der seit Juli 2011 als Permanent in Taizé eine Art freiwilliges soziales Jahr macht, wiederzutreffen. Danke, für diese tolle Zeit! 


Stephanie Negele

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