Herzlich Willkommen!

Hast du Anregungen, Kritik, Ideen für diesen Blog oder möchtest du einen Artikel veröffentlichen, den du über eine CRUX-Aktion geschrieben hast. Hast du vielleicht einen guten Webtipp oder möchtest von einem Buch erzählen, das du gelesen hast? Wir freuen uns über deine Mail an blog@crux-koeln.de!

Montag, 2. Juli 2012

Film und Religion: “My Big Fat Greek Wedding” Heiraten auf Taufe komm raus!


Wenn unter all den vorprogrammierten Blockbustern in den USA ein Sensationserfolg wie der Film „My big fat greek wedding“ auftaucht, der weder bekannte Namen noch eine sonderlich originelle Geschichte besitzt, dafür aber einen besonderen Charme und Witz versprüht, dann lohnt das einen genaueren Blick. Der Film aus dem Jahre 2003 handelt von der 30-jährigen griechischstämmigen Amerikanerin Toula, deren Lebensziel nach dem Willen ihres Vaters darin besteht, einen griechischen-orthodoxen Mann zu finden, zahlreiche griechische Kinder zu zeugen und sie mit reichlich viel griechischem Essen aufzuziehen. Die meisten ihrer diversen Geschwister, Cousinen und sonstigen Verwandten erfüllen diesen Auftrag mit sichtbarem Erfolg und dezibelstarker Begeisterung. Toula, die der Vater in Bezug auf Männer schon fast abgeschrieben hat, möchte nicht zu ihnen gehören. Eines Tages lernt sie schließlich Ian kennen, einen irischstämmigen Lehrer, einen Ungläubigen, wie der Vater sagt. Zudem ist er Vegetarier und damit gänzlich Gyros- und Souflaki-untauglich. Die weiblichen Verwandten bekommen von der Affäre als Erste Wind, dann gilt es, das Familienoberhaupt durch psychologische Tricks davon zu überzeugen, dass die Liebe vielleicht doch wichtiger sein könnte als Herkunft und Religion. Der Erfolg ist die titelgebende Hochzeit, die für den Nichtgriechen Ian eher strapaziös ausfällt.
„My big fat greek wedding“ ist eine wunderbare Komödie, die auf unterhaltsame Art und Weise, die Problem aufzeigt, die sich ergeben, wenn zwei Kulturen aufeinanderprallen.
Neben den Hochzeitsriten der griechisch-orthodoxen Kirche, erfährt man auch einiges über die griechisch-orthodoxe Tradition Ostern zu feiern und über die Liturgie der Taufe, die bei den Orthodoxen etwas anders verläuft als bei uns. So wird in der griechisch-orthodoxen Tauffeier der Täufling drei mal ganz unter Wasser getaucht, anschließend am ganzen Körper mit Chrisamöl gesalbt und empfängt direkt die erste hl. Kommunion.
Dies wird wunderbar in einer Filmszene verdeutlicht, wenn Ian sich aus Liebe zu seiner Verlobten schließlich in einem Baptisterium bestehend aus einem Gummi-Plantsch-Becken griechisch-orthodox taufen lässt, um von der Familie der Verlobten akzeptiert zu werden und griechisch-orthodox heiraten zu können.
Natürlich stellt sich hier die Frage, ob man wirklich jemanden zwingen kann sich taufen zu lassen, damit er kirchlich heiraten kann oder, ob nicht gerade eine Erwachsenentaufe immer auf einer bewussten und freiwilligen Entscheidung für ein Leben aus dem Glauben, beruhen muss. Eine interessante Frage, die zu weiterführenden Fragen über den Zugang und die Zulassung zur Taufe führen kann, sowie zu der Frage nach Sinn und Unsinn vom Patenamt, von Riten und bloß hohlen Traditionen.
Schaut euch den Film an (man kann ihn kaufen oder sich ausleihen), lasst euch unterhalten und kommt ins Gespräch über das was ihr seht und was an religiösen Symbolen und Themen im Film drinsteckt. Es lohnt sich! Christus ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!



Pfr. Norbert Fink, Kreisjugendseelorger Oberberg

1 Kommentar:

  1. "Meine Tochter will sich mit einer Toastfamilie verheiraten"... und am Ende sind sie doch alle "Früchte". :D lustiger Film.

    AntwortenLöschen