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Sonntag, 2. September 2012

Film & Religion: Illuminati – Verschwörung im Vatikan


Nach dem riesigen Erfolg des Films „Da Vinci Code – Sakrileg“ war die Verfilmung von Dan Browns Vorgängerroman „Illuminati“ nur eine Frage der Zeit. Ernst nehmen darf man Browns Bücher und die darin enthaltenden Thesen sicherlich nicht. Dafür mischt er zu wahllos historische Ereignisse mit bekannten Verschwörungstheorien. Aber gerade dieser Mix aus Fakten und Fiktion lässt seine Bücher und die auf ihnen basierenden Filme für viele Menschen zu einem literarischen, bzw. filmischen Suchtmittel werden.

Drei Jahre nach dem umstrittenen und religionskritischen „Sakrileg“, der das Opus Dei, sowie eine amouröse Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena zum Thema hatte, tritt das gleiche Team um Regisseur Ron Howard wieder an, um Hollywoodstar Tom Hanks als Wissenschaftler Robert Langdon auf die spannende Suche nach dem Geheimorden der Illuminati zu schicken. Diesmal geht es um den Gegensatz von Rationalität und Glauben, Wissenschaft und Religion, Forschung und Tradition.


Die Filmhandlung ist schnell erzählt: Im Vatikan herrscht ein Machtvakuum. Der Papst ist verstorben. In der Übergangszeit führt der Camerlongo, gespielt von Ewan McGregor, die Geschäfte weiter, während die sich aus aller Welt zusammenkommenden Kardinäle zum Konklave versammeln, unter ihnen auch Armin Müller-Stahl in einer wichtigen Rolle. Kurz vor dem anstehenden Konklave werden plötzlich vier der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des verstorbenen Papstes entführt.

Zeitgleich wird ein mit Antimaterie gefüllter Behälter aus dem schweizerischen Forschungszentrum CERN entwendet und im Vatikan deponiert. Bei der Antimaterie handelt es sich um eine Bombe von so gewaltiger Sprengkraft, dass sie im Fall einer Explosion Rom samt dem Vatikanstaat völlig zerstören würde.

Bis es um Mitternacht so weit ist, soll zu jeder vollen Stunde einer der vier entführten Kardinäle auf symbolträchtige Weise ermordet werden. Eine schriftliche Erklärung der Entführer offenbart deren Identität: Die Illuminaten, ein verschollen geglaubter Geheimbund von Wissenschaftlern und Freidenkern, der einst von der katholischen Kirche verfolgt wurde, sinnt auf Vergeltung.

Daraufhin ruft der Vatikan den Illuminaten-Spezialisten Langdon zu Hilfe, der zusammen mit der Wissenschaftlerin Vittoria Vetra den Spuren der Illuminaten nachgehen soll. Der einstige Dorn im Auge des Vatikans, tritt nun in dessen Dienst.

Was dann folgt, ist eine atemlose, actionreiche Schnitzeljagd quer durch die ewige Stadt; eine Sightseeing-Tour durch das katholische Rom mit Vatikan, Pantheon und Engelsburg, durch versiegelte Krypten, gefährliche Katakomben, verlassene Kathedralen, mitten in das Herz des Vatikans, die unterirdischen Grabgewölbe des Petersdoms, wo der Showdown stattfindet.

Die Kirchen-und Religionskritischen Themen die im Fall von „Sakrileg“ noch für viel Diskussionsstoff sorgten, bleiben bei „Illuminati“ weitgehend aus. Denn trotz einiger kleiner Seitenhiebe auf die Kirchengeschichte, gibt sich der Film in seiner Darstellung der katholischen Kirche überraschenderweise sehr respektvoll, sei es nun in der Inszenierung der würdevollen Zeremonien beim Begräbnis des Papstes und während des Konklave oder in der positiven Darstellung der betenden Menschenmassen auf dem Petersplatz.

Auf die Frage des Camerlongo, ob er an Gott glaube, antwortet Langdon: „Der Glaube ist ein Geschenk, dass ich noch empfangen muss.“ Eine diplomatische Antwort, die die Existenz Gottes weder bejaht noch verneint, aber die Sehnsucht nach ihm spüren lässt.

Schließlich trägt auch das Ende des Films einen sehr versöhnlichen Charakter und macht durch die Wahl eines neuen Papstes mit Namen Lukas deutlich, dass Glaube und Wissenschaft sich nicht widersprechen müssen und dass eine Kirche der Tradition auf eine Welt der Moderne zugehen kann.


Pfr. Norbert Fink, Kreisjugendseelsorger Oberberg

1 Kommentar:

  1. Gute und ausgeglichene Filmkritik! Dan Brown wird weder in den Himmel gelobt, noch wird er verdammt.
    Vielleicht hätte man im letzten Satz noch erwähnen sollen, dass der Name "Lukas" so versöhnlich ist, weil Lukas sowohl Evangelist (also Glaubender) als auch Arzt (also Naturwissenschaftler) war.

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