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Donnerstag, 1. November 2012

Film & Religion: „Magnolia“

In dem Film „Magnolia“ geht es zwar nicht explizit um das Thema „Krankensalbung“, aber sehr wohl um Themen, die mit der Krankensalbung verbunden sind: Gnade, Umgang mit Sünden, Krankheit, Versöhnung, Sterben und Tod, sowie das Geschenk der zweiten Chance im Leben.
Der Film „Magnolia“ aus dem Jahr 1999 ist ein Film, der den Zuschauer auch dann noch in Staunen versetzt, wenn man ihn mehrmals gesehen hat.

In einer grandios verschachtelten Erzählstruktur verknüpft Regisseur Paul Thomas Anderson eindrucksvoll die Schicksale von neun Hauptfiguren aus Kalifornien. Der Film spielt an einem Tag und in einer Nacht im Leben dieser neun Personen. In episodischer Struktur entfaltet sich dabei eine Fülle von Geschichten, in denen es immer wieder um die Schuld der Väter geht und die Kraft ihrer Kinder, ihnen zu verzeihen. Alle Erzählstränge, die parallel verlaufen und sich immer wieder berühren, kreisen um die Frage, ob Versöhnung und Neuanfang möglich sind. Und vor allem auch um die unauslöschliche Sehnsucht der Menschen, geliebt zu werden.
„Magnolia“ hat eine dramatische Wucht, die beim Zuschauer noch lange nachwirkt, weil dieser Film in seinen 189 Minuten jeder Figur Zeit gibt, eine schmerzhafte Wahrhaftigkeit zu entfalten. Alle Personen ringen um Liebe und Erlösung und stellen damit die entscheidende Frage, was im Leben und im Sterben wirklich zählt. Paul Thomas Andersons Blick auf diesen Figurenreigen bleibt – trotz aller irrwitziger Momente des Films – vor allem ein barmherziger Blick, der um die Leiden und Lasten der Menschen weiß.
Vor allem der Schluss des Films hat es in sich, denn hier ereignet sich eines der bizarrsten Naturschauspiele, die je im Kino zu sehen waren: Mitten in der langen Nacht der Geständnisse hagelt es plötzlich Unmengen von Fröschen vom Himmel, wie in einer biblischen Plage. Wie das jüngste Gericht, bricht dieses gewaltige Frosch-Gewitter über die Menschen herein – und wirkt im Besten Sinne reinigend, weil es alle Figuren zwingt, innezuhalten. Danach erscheint die Welt wieder neu und die Lebenden bekommen eine zweite Chance.


Norbert Fink, Kreisjugendseelsorger Oberberg

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