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Mittwoch, 5. Dezember 2012

CRUX-Blog's kleiner Adventskalender: 5. Dezember


Die Botschaft des Adventskalenders
Vor einigen Jahren habe ich für mich neu den Adventskalender als
Begleiter durch diese Tage entdeckt. Lange Zeit fühlte ich mich „zu
erwachsen“ für so etwas, hätte es weit von mir gewiesen, mir einen
Adventskalender in die Wohnung zu hängen. Und leicht schmunzelnd
hätte ich mich höchstens an eine Begebenheit aus meinen
Kindertagen erinnert: Mein Bruder und ich hatten beide einen
Adventskalender geschenkt bekommen, der mit Schokoladenfigürchen
gefüllt war. An einem Vormittag, als er in der Schule war, nutzte ich die
Gelegenheit und futterte seinen Adventskalender leer. Meinen
dagegen ließ ich ungeschoren – die Idee, für jeden Tag etwas zu
haben, leuchtete mir wohl auch damals schon ein. An die Reaktion
meiner Eltern und meine Bruders erinnere ich mich nicht mehr so
genau – das wird wohl seinen Grund haben – aber ich glaube, wir
mussten dann die Kalender untereinander tauschen. Das ist lange her,
und ich staune eigentlich, dass sich diese Szene so in mir festgesetzt
hat.
Heute sind mir Adventskalender Wegbegleiter durch eine Zeit der
dunklen Wochen. Ich freue mich daran, wie im Laufe der Tage, durch
jedes Öffnen eines Türchens, ein vordergründiges Bild durch kleine
Bildchen, die im wahrsten Sinne des Wortes „dahinter“ liegen,
bereichert wird. Es ist eine Art Entdeckungsfahrt, was mag noch alles
dahinter verborgen sein? Aus einem großen Bild wird ein Rahmen, in
dem viele kleine Bilder aufscheinen. Und genau das scheint mir eine
wichtige Botschaft zu sein, die der Adventskalender mir sagen will: Es
gibt ein vordergründiges Bild, das in sich geschlossen und schön
erscheinen mag. Wenn ich mich aber auf die Suche begebe, auf die
Suche nach dem Leben, die Suche bei einem Menschen, die Suche in
mir, mir die Mühe mache, Türen und Türchen behutsam zu öffnen,
dann bekommt dieses große, scheinbar in sich geschlossene Bild
plötzlich neue Facetten, andere Blickwinkel ergeben sich, machen das
Ganze bunter.
Manchmal frage ich mich am Morgen, wenn ich an meinem
Adventskalender das entsprechende Türchen aufgemacht habe:
Welche Tür des Lebens, welche Tür bei einem Menschen, welche Tür
bei mir werde ich heute öffnen? Der Adventskalender lehrt mich, dass
ich manchmal diese Türen wirklich erst suchen muss. Da ist das
vordergründige Bild so mächtig, dass ich die kleine Tür mit der
entsprechenden Zahl gar nicht finde.
Und: die Türen haben ihre ganz eigene Reihenfolge. Es ist reizvoll für
mich, dass ich über 23 Tage hinweg die Tür mit der „24“ sehe – und
doch nicht öffnen „darf“. Es gilt, einen Schritt nach dem anderen zu
tun, nicht den vierten vor dem zweiten Schritt. Das bedarf der Geduld,
das Aushalten der Spannung, der Disziplin, der Genügsamkeit, mich
mit dem zufrieden zu geben, was dieser Tag für mich bereithält.
„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, so heißt es in einem
schönen alten Adventslied. Ich will diese Tage dazu nutzen, Türen in
mir aufzumachen, als Einladung für Gott und die Menschen.
(Andrea Schwarz)

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