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Sonntag, 3. März 2013

Film und Religion: „Chocolat“ – Kommt und schmeckt!

„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen: Man weiß nie, was man bekommt!“ Viele kennen diese berühmten Worte aus „Forrest Gump“. Darin fungiert eine Pralinenschachtel als Leitmotiv, das die diversen Erlebnisse des Titelhelden miteinander verbindet. In „Chocolat“ (USA 2000) hingegen dreht sich fast alles nur um Pralinen.

Zur Geschichte: Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zieht Vianne mit ihrer kleinen Tochter von Ort zu Ort und bietet liebevoll zubereitete Schokoladenspezialitäten an. Als sie ausgerechnet in der Fastenzeit in ein kleines französisches Städtchen kommt und einen Laden gegenüber der Kirche eröffnet, stößt sie auf Widerstand bei Pfarrer und Bürgermeister, weil sie das Sozial- und Moralgefüge der Bewohner durcheinanderbringt. Sie hält sich nicht an die Fastengebote und nimmt auch nicht an der sonntäglichen Messfeier teil. Der Konflikt scheint unausweichlich, denn die Fremde ist nicht nur anders, sondern beweist auch Gespür für die Wünsche ihrer Kunden, indem sie für jeden Einzelnen eine Spezialität kreiert, die exakt seiner Persönlichkeit entspricht. Dabei gibt sie mehr als nur Schokolade: Sie führt Generationen, Familien und entfremdete Ehepartner wieder zusammen, befreit den Bürgermeister von seiner rigiden Glaubenspraxis und verwandelt schließlich das ganze Dorf, indem sie ein Mehr an Aufrichtigkeit, Leben und Lebensqualität hineinbringt. Die Predigten des Pfarrers, vom Bürgermeister diktiert, bleiben ohne Früchte. Viannes Schokolade hingegen, in vielfältigen Formen gereicht, wird zu einem quasi sakramentalen, wirkungsvollen Zeichen, zum Mittel der Ermunterung und der Ermutigung. Sinnlichkeit und Religion, Lebenslust statt Lebenslast – so stehen Viannes süße Versuchungen und die strenge Fastenmoral des Dorfes einander gegenüber. In „Chocolat“ geht es um die Lust am Verbotenen, um die Verlockung des süßen Mannas zur falschen Zeit. „Chocolat“ ist ein Plädoyer für Menschenfreundlichkeit und Toleranz. Der Film bietet zahlreiche Außenspiegelungen, das eigene Glaubensleben in seinem Reichtum neu wahrzunehmen und die eigene Glaubenspraxis auf ihre Wahrhaftigkeit hin immer wieder neu zu überdenken, denn man weiß nie, was man bekommt!




Pfr. Norbert Fink, Kreisjugendseelsorger Oberberg

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