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Montag, 1. Juli 2013

Film und Religion: „Herr der Ringe – Aus einer Frohen Botschaft nach Tolkien“

Die drei „Herr der Ringe“ Filme aus der Feder von J. R. R. Tolkien sind ein episches und religiöses Meisterwerk. Tolkien zeigt darin den einzigen Weg auf, wie das Böse auf der Welt überwunden werden kann, nämlich durch selbstlose Hingabe, Demut, Liebe und Barmherzigkeit.
Vielleicht schauen Sie sich in der kommenden Ferienzeit die Filme noch einmal an oder lesen die Bücher, dann werden Sie schnell merken wie zahlreich die Parallelen zum jüdisch-christlichen Glauben sind.
Diese Parallelen sind nicht aus der finkisch-theologischen Spürnase gezogen, sondern beruhen auf dem tiefen Glauben des Autors J. R. R. Tolkien, der sich selbst als „frommen Katholiken“ bezeichnete. Christus stand an erster Stelle in seinem Leben! Tolkien meinte es mit seinem Glauben wirklich ernst und so flossen seine Überzeugungen auch in seine literarische Arbeit mit ein.
So sind z. B. viele der Daten und Zahlen in „Herr der Ringe“ nicht zufällig, sondern haben einen religiösen Hintergrund. Ein Beispiel: Zwei der Hauptfiguren, Bilbo und Frodo, veranstalten ein großes Geburtstagsfest. Bilbo wird 111, Frodo 33 Jahre alt. Da sie gemeinsam 144 Jahre alt werden, laden sie 12 mal 12 Gäste ein. Im Alten Testament steht die Zahl 12 für die 12 Stämme Israels, im Neuen Testament für die 12 Apostel. Die Apokalypse des Johannes spricht zudem von den 144.000 Geretteten, die sich aus jeweils 12.000 Menschen aus den 12 Stämmen zusammensetzten.
Eine andere Parallele: Frodo, die Erlöserfigur der Geschichte, folgt kompromisslos seiner an ihn ergangenen Berufung für den Sieg des Guten alles zu wagen, bis zur Hingabe seines eigenen Lebens und dem seiner Freunde.
Dabei ist Frodo als Träger der letzten Hoffnung auf Rettung nicht ein mächtiger König oder ein großer Krieger, sondern ein kleiner, schwacher Hobbit aus dem Auenland. Das Kleine, das Unscheinbare, das vermeintlich Schwache wird zur Hoffnung aller, die auf Erlösung warten. „...das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen“ (1 Kor 1, 27).
Im Laufe der Erzählung wird er in Versuchung geführt, gegeißelt, seiner Kleider beraubt und in Mordor mit Dornen gekrönt. Der Gang auf den Schicksalsberg erinnert an den Kreuzweg Jesu nach Golgotha; auf seiner gesamten Reise fällt Frodo dreimal und wird schwer verwundet. Auch Jesus soll der Überlieferung nach dreimal auf seinem Kreuzweg gefallen sein. Der „Herr der Ringe“ zeigt, dass es sich lohnt für das Gute einzutreten. Dabei kommt aber auch ganz deutlich zum Ausdruck, dass der gute Kampf nur mit Mitteln des Guten gekämpft werden kann, nicht mit Werkzeugen oder unter Verwendung des Bösen.
Der Ring, der vom Bösen geschaffen wurde, kann nicht für das Gute eingesetzt werden, er ist eine Versuchung, der man erliegt oder wiedersteht. Selbst Frodo erlebt Augenblicke, in denen ihn der Ring beherrscht. Aber Frodo weiß, dass der Weg zum Guten nur über das Gute selbst führt. „Lass dich nicht vom Bösen besiegen, sondern besiege das Böse durch das Gute!“, sagt auch der Apostel Paulus (Röm 12, 21).
All diese Parallelen zusammengenommen, auch wenn es sich nur um eine WINZIGE Auswahl handelt, können uns Hinweise auf eine tiefere Wirklichkeit hinter der Geschichte geben. Natürlich ist Frodo nicht Christus und Gandalfs Rückkehr von den Toten keine Auferstehung im Sinne des christlichen Osterglaubens, aber die Figuren und ihre Erlebnisse können uns einige der Inhalte unseres Glaubens plastisch näher bringen und zu einem Gespräch darüber anregen, so dass wir neu dankbar werden für das Geheimnis unserer Erlösung, welches wir grade an Ostern gefeiert haben und in jeder Eucharistiefeier neu feiern.
Dazu führt uns der „Herr der Ringe“ wesentliche christliche Grundhaltungen vor Augen, nämlich: Für das Gute, das Gott ist, alles zu wagen, mit Mut und Entschlossenheit, Treue, Hingabe und Liebe, im festen Vertrauen darauf, dass letztendlich alles gut wird, weil Gott die Liebe ist und „die Liebe niemals aufhört“. (1 Kor 13,8)
Möge die Fantasie, die Tolkien schuf, uns mit den christlichen Wahrheiten, an die er glaubte, inspirieren.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Ferien- und Urlaubszeit. Gehen Sie im (Heim)Kino auf Spurensuche. Es wird Ihren Glauben bereichern!


Pfr. Norbert Fink

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