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Dienstag, 7. Januar 2014

Meine Zeit als Volunteer in Straßburg

Wie jedes Jahr zog es mich zu Silvester zum Europäischen Jugendtreffen, welches diesmal in Straßburg stattfand. Eine entbehrungsreiche Zeit, in der ich mir viele Feinde gemacht habe, denn ich habe diesmal für Recht und Ordnung gesorgt…

Bereits zwei Tage früher als alle anderen habe ich mich auf den Weg gemacht, um als Freiwilliger die Organisatoren vor Ort bei den Vorbereitungen zum Jugendtreffen zu unterstützen. Dieses Jahr wurde mir die Aufgabe als "Responsable" des sogenannten "Church Teams" zugewiesen. In freudiger Erwartung meinen Beitrag zu dem Treffen leisten zu dürfen, stürzte ich mich in die Arbeit.



Alles begann ruhig und harmlos. Ich durfte in den ersten Tagen anderen Volunteers den Weg in die Gebetshalle weisen. Eine vermeintlich leichte Aufgabe, wenn man direkt am Halleneingang stehen darf.
Leider verschlechterte sich die Situation, nachdem die restlichen Pilger eingetroffen sind. Statt den vorgegebenen Weg zu nehmen, bestanden Menschen aus aller Herren Länder darauf Sicherheitsabsperrungen zu durchkreuzen, Sicherheitstüren zu öffnen und unerlaubte Abkürzungen zu nehmen. Meine Arbeit bestand diesmal also vor allem darin mit Menschen zu reden und ihnen so gut wie möglich zu erklären, dass man ihnen diesen oder jenen Durchgang nicht gewähren kann. Denn man konnte mit Sicherheit davon ausgehen, dass auf eine gewährte Ausnahme fünf verärgerte Gruppen folgten, die im Detail wissen wollten, warum DIE dürfen und WIR nicht. Eine zum Teil anstrengende Arbeit, mit der man sich nicht viele Freunde macht, die aber leider auch getan werden muss.


Natürlich gab es von dieser Regelung Ausnahmen: Taizebrüder, Sicherheitspersonal und Menschen die in den Hallen arbeiteten, Reporter, Permanents und einige weitere, durften jede Absperrung durchkreuzen, um ihren Aufgaben vernünftig nachzukommen.
Eine Ausnahme stach besonders hervor: Die Kranken.

Es gibt unzählige Fälle, in denen diese Menschen einen Sonderausgang benötigen. Nach einem der Abendgebete ging eine Gruppe körperlich und geistig behinderter Menschen an mir vorbei. Ohne zu fragen, habe ich eine Sicherheitstür (die gleichzeitig eine bequeme Abkürzung darstellte) geöffnet und sie der Gruppe angeboten. Die Gruppenleiterin hat mich angelächelt, sich bedankt und mir erklärt, dass die Gruppe den normalen Weg gehen wird.
Am nächsten Abend sah ich einen jungen Mann mit einem kompliziert eingegipsten Bein und zwei Krücken die Messehalle verlassen. Auch ihm habe ich die Sicherheitstür geöffnet, um ihn den Weg über Treppen und durch die Menschenmassen zu ersparen. Zu meiner Verwunderung hat auch er mein Angebot abgelehnt.

Diese Begebenheiten haben mich nachdenklich gemacht.
Die, die es nötig haben und denen es angeboten wird, lehnen ab. Sie brauchen keine Extrawurst.
Die, die es nicht brauchen und denen man es verwehrt, schreien danach.

Es gab auch viele schöne Momente: Verständnisvolle Pilger, die einem einfach Danke sagen, für den Job, den man tut, ein etwas besseres Quartier, Kontakt und tiefer gehende Gespräche mit einigen Permanents.
Vor allem aber gab es ein Privileg: Uns wurde gestattet die ehrwürdige Sakristei der Taizebrüder zu betreten;-)

Wie auch schon in Rom steht für mich fest, dass die Arbeit als Volunteer zwar anstrengend sein mag, man aber immer etwas aus dieser Arbeit mitnimmt. Außerdem hat man zwei Tage mehr Zeit um an dem Treffen teilzunehmen bzw. eine kleine Sightseeingtour zu machen. Und man genießt oft das ein oder andere kleine Privileg.

Meine Pläne für Silvester 2014/15 stehen schon fest. Wer will und Interesse hat ebenfalls Volunteer zu werden, darf sich unter blog@crux-koeln.de melden.

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