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Mittwoch, 12. Februar 2014

Film und Religion: „Familiy Man“ – Geld oder Liebe?

Ganz gleich, ob man sich aktuelle Filme anschaut oder auf ältere Filme, wie „Family Man“, aus dem Jahre 2000 zurückgreift. All diese Filme haben in ihrer Unterschiedlichkeit eines Gemeinsam: Sie thematisieren immer wieder in verschiedenen Variationen die Sehnsucht des Menschen nach einer „heilen Familie“, die Suche nach dem, was im Leben wirklich wesentlich ist und trägt, die Suche nach einem Ort, wo der Mensch sich geborgen fühlen kann und wo er Heimat findet. Einer von diesen Filmen ist „Family Man“.

Nicolas Cage spielt darin „Jack Campbell“, einen Mann, der alles hat, wovon andere nur träumen können. Er ist ein erfolgreicher Börsenmakler an der Wall Street, lebt als Junggeselle in einem Penthouse, hat den Schrank voller Designeranzüge und einen schicken Sportwagen in der Garage. Er kann sich über sein Leben wirklich nicht beklagen und er tut es auch nicht.

Doch dann, auf dem Höhepunkt seines Erfolges, gerät seine goldene Karriere-Welt plötzlich aus den Fugen. Seine bisherige Existenz wird über Nacht auf mysteriöse Art und Weise ausgelöscht: Am Weihnachtsmorgen erwacht er plötzlich in einem ganz anderen Leben. Dieses besteht aus einem Einfamilienhaus irgendwo in New Jersey, zwei nervigen kleinen Kindern, einem Hund und seiner Ehefrau Kate, seiner ehemaligen College-Freundin, die er eigentlich vor dreizehn Jahren verlassen hat, um die Karriereleiter zu besteigen und reich und berühmt zu werden.

Nun wird ihm in seinem neuen Leben vorgeführt, was er alles verpasst hat, dadurch, dass er damals die Entscheidung für das Geld und gegen die Liebe seines Lebens gefällt hat. Jack versucht zunächst diesem für ihn grausigem Szenario zu entkommen, doch vergeblich. Seine frühere Existenz ist wie ausgelöscht, niemand kennt den Topbörsenmakler Jack Campbell. Und so agiert Jack in seiner neuen Rolle als braver Familienvater ziemlich hilflos:

Er kann keine Windeln wechseln, statt eines Sportwagens lenkt er jetzt einen Mini-Van und geht dem freudlosen Job eines Reifenverkäufers in der Firma seines Schwiegervaters nach, wo er sich unter Wert verkaufen muss und seine Frustration mit Whiskey betäubt.

Und dennoch findet Jack allmählich Gefallen an seinem neuen Leben als Familienvater und Kleinverdiener – vor allem aber verliebt er sich neu in seine ehemalige Jugendliebe und jetzige Ehefrau Kate, die mit ihrer Frische, ihrem Witz und ihrer Wärme das gemeinsame Vorstadtheim zu einem lebendigen Zuhause und einem Ort der Geborgenheit werden lässt. Und so wandelt sich Jacks Einstellung gegenüber seinem neuen Leben allmählich. Was er vorher als Alptraum empfunden hat, erlebt er jetzt als Glück. Er sieht sich plötzlich, dadurch dass er der Liebe begegnet, in einem anderen Spiegel. Er erkennt, wie kalt und leer der alte Jack gewesen ist und betrachtet sich jetzt trotz schmaler Brieftasche als reich.

Doch dann wird er ebenso wundersam, wie er in seinem neuen Leben gelandet ist, plötzlich wieder in sein altes Leben zurückgeworfen, ohne Kind und Kegel. Doch das Geschenk Gottes, einmal einen Einblick in eine andere Lebensmöglichkeit bekommen zu haben, wird schließlich für ihn zur Chance, sich zu entscheiden, wie sein Leben fortan verlaufen soll. Das Ende des Films sei hier nicht verraten. Doch wer Hollywood kennt, kennt hier auch das Ende!

Manch einer mag über die Handlung des Films die Nase rümpfen und sagen: „Was für ein Kitsch!“, doch wer tiefer sieht, wird erkennen, dass „Family Man“ uns allen einen Spiegel vorhält, in dem er uns nach den Prioritäten in unserem Leben fragt – und danach, was wir wirklich brauchen, um glücklich zu sein. Seine Antwort ist nicht neu, aber auch nicht weniger aktuell als zu früheren Zeiten. Seine Antwort auf die Frage was wirklich bleibenden Wert hat und wichtig ist, lautet: Beziehungen und die Tatsache, dass wir Menschen einander brauchen; sei es in einer Freundschaft oder in der Verlässlichkeit einer festen Partnerschaft wie der Ehe.

Vor allem aber ermutigt der Film, das große Glück nicht beim Lottoverkäufer um die Ecke zu suchen, sondern es gerade in dem Kleinen und Alltäglichen zu entdecken, zu schätzen und zu genießen. Und vielleicht ist das sogar die wichtigste Voraussetzung, wenn unser Leben gelingen soll.

„Family Man“ – ein im wahrsten Sinne des Wortes „wunderbarer Film“, den man sich mit der ganzen Familie anschauen kann, um sich selbst dann mit ganz anderen Augen anzuschauen.


Pfr. Norbert Fink 

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