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Freitag, 15. August 2014

Leev Maria, wat en Himmelfahrt!


Heute, am 15. August, feiert die Kirche ein Fest, das so ganz locker in unseren Kalendern "Mariä Himmelfahrt" heißt. Der korrekte Name des Festes lautet aber "Mariä Aufnahme in den Himmel".
In der Ostkirche redet man von der "Entschlafung Mariens", denn das katholische Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel ist in der orthodoxen Kirche nicht prägend.

Auf dem Bild oben seht ihr eine alte Ikone, die das Ereignis des heutigen Festes versucht darzustellen. Wenn man seinen Blick einmal von den Aposteln, dem Erzengel Michael, dem Heiligen Geist in Gestalt einer feuerroten Taube einmal in den Bildmittelpunkt lenkt, dann fällt mir etwas Beeindruckendes auf:


Im unteren Teil sehen wir Maria. Ihr irdisches Leben ist beendet, sie ist gestorben. Und darüber sehen wir den auferstandenen Christus, der die Seele Mariens trägt und hält. Er nimmt seine Mutter in die Herrlichkeit der Auferstehung auf, in den Himmel. Er hält seine Mutter fest, untrennbar trägt er sie. Er kann ihr nicht mehr durch das Kreuz entrissen werden, sie ihm nicht durch den Tod.

Und immer wieder fällt mir auf: So wie in anderen Darstellungen Maria ihr Kind, ihren Sohn Jesus, nach der Geburt hält und trägt, so hält der Sohn sie in der Stunde ihres Todes.
Maria trägt Christus in diese, unsere irdische Welt hinein, in einem armseligen Stall. Christus trägt Maria in die Ewigkeit der Auferstehung, in Glanz und Licht.
Die Todesstunde des irdischen Lebens Mariens ist für sie gleichzeitig die Geburtsstunde ihres ewigen Lebens bei Gott.

Ich habe oft schon gläubige Katholiken sagen hören: "Das geht zu weit. Nichts gegen Maria, aber das ist mir too much."

Mit Blick auf die Darstellung der Ikone, wird vielleicht deutlich, dass es nicht um eine "Himmelfahrt" geht, sondern um einen existenziellen Punkt im Leben Mariens, das Ende ihres Lebens, ihren Tod. Und das, was wir Christen nach dem Tod erwarten, das ist an Maria bereits geschehen. "Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt.", bekennen wir im Glaubensbekenntnis. Und wenn wir das von uns allen erwarten, dann bleibt mir immer nur die Antwort an diejenigen, die in dem heutigen Fest ein Ärgernis sehen: "Wenn nicht, Maria, wer denn dann?"

(Marcus Konrad)

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